Geschichte der Gemeinde

Die Geschichte unserer evangelischen Gemeinde erzählt vom Ankommen, vom gemeinsamen Glauben und vom Aufbau einer neuen Heimat in der Hallertau.

Die Anfänge

Zunächst wurden die evangelischen Menschen in Mainburg von der Kirchengemeinde St. Matthäus in Ingolstadt betreut. Am 9. Mai 1937 wurde die evangelische Laurentiuskirche am Friedhof eingeweiht – ein erstes eigenes Gotteshaus für die kleine Gemeinde.

Eine Gemeinde wächst

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele evangelische Flüchtlinge und Vertriebene nach Mainburg. Die kleine Kirche reichte bald nicht mehr aus. Gottesdienste fanden deshalb auch in der Aula der Oberschule und in der katholischen Laurentiuskirche statt.

1948 stimmte die Landessynode der Errichtung einer eigenen Pfarrstelle zu. Am 1. Oktober 1949 wurde Mainburg eine selbstständige evangelische Kirchengemeinde.

Ein neues Gotteshaus

1953 gründete sich ein Kirchenbauverein. Nach dem Grundstückskauf 1954 wurde am 6. Mai 1956 der Grundstein für die Erlöserkirche gelegt. Bereits am 21. Oktober desselben Jahres konnte die Gemeinde ihre neue Kirche einweihen.

1957 kamen die Glocken hinzu, 1961 die Orgel und 1987 die farbigen Kirchenfenster. Die alte Laurentiuskirche am Friedhof wurde 1962 abgetragen. Teile fanden beim Bau der Christuskirche in Au eine neue Verwendung. Au gehörte bis 1994 zur Mainburger Gemeinde.

Unsere Kirche, ihre Fenster und die Orgel kennenlernen

Fern der Heimat – Erinnerungen bewahren

Flucht und Vertreibung haben die Geschichte unserer Gemeinde geprägt. Hinter diesen Worten stehen Menschen, die Angehörige, ihr Zuhause und ihre vertraute Umgebung verloren haben und andernorts neu anfangen mussten.

Jürgen Schwalme hat 2020 die Fluchtgeschichte seiner Familie aus Schlesien aufgeschrieben. Sie führte seine Angehörigen 1945 durch die damalige Tschechoslowakei nach Bayern. In Mittelfranken fanden sie schließlich ein neues Zuhause.

Seine Erinnerungen verbinden sich mit dem „Kreuz des Deutschen Ostens“ auf dem Mainburger Friedhof: einem Ort der Trauer um verlorene Menschen und Heimat. Zugleich mahnt sein Beitrag, das Leid durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft nicht zu vergessen und Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt entgegenzutreten.

Menschen im Pfarrdienst

Viele Menschen haben unsere Gemeinde mitgetragen und gestaltet. Im Pfarrdienst begleiteten sie:

  • 1945–1949: die Flüchtlingspfarrer Ernst-Walter Mätschke, Hans Loibisch und Otto Wettberg
  • 1949–1954: Gotthelf Hüfner
  • 1955–1962: Hans Joachim Pauli
  • 1962–1970: Rudolf Kießling
  • 1971–1975: Walter Enßlin
  • 1975–1976: Horst von Bressendorf, als Vertretung während der unbesetzten Pfarrstelle
  • 1976–2011: Günter Kohler
  • 2011–2012: Christiane Murner, als Vertretung während der unbesetzten Pfarrstelle
  • 2012–2023: Cornelia Egg-Möwes und Frank Möwes
  • Seit 2024: Dr. Florian Zobel

Unsere Gemeinde heute kennenlernen